Christian Bartsch aus Bundorf

christian bartsch aus bundorf

Die Försterspürnase aus Franken

Seit 16 Jahren ist Christian Bartsch Förster mit Herz, Seele und Verstand. Er lebt mit seiner Familie im Kreis Haßberge in Bayern. Sein Ziel ist es, den wertvollen Wirtschaftwald und den unbedingt notwendigen Waldnaturschutz in Einklang zu bringen.

Die Leidenschaft für den Wald hat die Oma in Christian Bartsch geweckt. „Christian, es wäre toll, wenn du Förster wirst. Das ist ein schöner und wichtiger Beruf und ganz bestimmt etwas für dich.“ Das ist nun schon lange her, inzwischen ist der 40-jährige seit 16 Jahren Förster mit Herz, Seele und Verstand. Die Oma behielt Recht und zwar ganz im Sinne des Markenkerns der Forstwirtschaft: Nachhaltigkeit. Denn noch immer fesselt und fasziniert der Wald den Förster Christian Bartsch. Nach wie vor tritt er im hohen Maße für eine sich stets weiterentwickelnde multifunktionale, zukunftssichere und nachhaltige Forstwirtschaft ein – und arbeitet dafür mit Leidenschaft.

Die Försterspürnase

Insbesondere die Förderung des Artenreichtums der Flora und Fauna bedeutet für Bartsch eine erfüllende, wichtige und spannende Tätigkeit. Biodiversität ist für ihn nicht nur ein Begriff, sondern gelebte Forstpraxis. Der aufmerksame Beobachter konnte bereits 11 Nadelbaumarten und 31 Laubbaumarten in seinem sehr trockenen Revier mit nur 650 mm Jahresniederschlag finden.

Naturschutz im Wald

Das Thema Naturschutz im Wald spielt eine überaus große Rolle für Bartsch. Seit 2012 hat er in Eltmann über 2.000 Biotopbäume kartiert. Nisthilfen für Schwarzstorch, Uhu und Käuze werden gebaut, angebracht und gepflegt. Da der Wald in seinem Revier weitestgehend von Feldern umgeben ist, bindet er auch die Landwirte in die Biotopmaßnahmen ein: Schnittgut von Waldrandbäumen wird auf Haufen am Waldrand und Lesesteine an sonnigen Plätzen im Wald abgelegt. Zahlreiche Feuchtbiotope im Wald werden gepflegt, errichtet und vernetzt. Bäche wurden entgradigt, Gumpen gebaggert, inzwischen siedeln auch wieder Flusskrebse hier. Bartsch: „Diese Pflege erfolgt immer in sehr guter Zusammenarbeit und Absprache mit den Naturschutzbehörden und dem örtlichen Anglerverein.“

Bewirtschaftung des Waldes

Die Bewirtschaftung erfolgt im Revier von Bartsch nach den Grundsätzen der ANW und gemäß des deutschen FSC-Standards. Jährlich werden etwa 6.000 Fm Holz geerntet. An Holzsortimenten fallen an: Wertholz, Stammholz, Fixlängen, Industrieholz, Brennholz, Hopfenstangen und Hackschnitzel für die eigene Hackschnitzelheizung und das kommunale Blockheizkraftwerk.

Ein Förster für alle Fälle

Der Förster Christian Bartsch ist nicht nur für den Wald zuständig, er kümmert sich auch um die Pflege aller Gehölze in den städtischen Anlagen. „Jährlich lasse ich zahlreiche, einheimische Obstgehölze pflanzen, denn viele der vorhandenen überalterten Bäume starben in den letzten Jahren ab. Gefällt werden die Stammstücke trotzdem nicht alle. Ich belasse die Stämme, um Spechten und Insekten Lebensraum im urbanen Gebiet zu ermöglichen. „Für die Bürger, Stadträte und besonders die Kinder der drei Kindergärten, dem Kinderheim und der drei Schulen in Eltmann organisiere ich Waldführungen, eine wichtige und dankbare Investition in unsere gemeinsame Zukunft.“

Bartsch ist seit einigen Jahren Gruppenleiter der FSC- Gruppe „Franken“ mit über 6.000 ha. Interne und externe Audits organisiert er, Rettungsübungen werden durchgeführt und Holz gemeinsam heimatnah vermarktet. Als berufenes Mitglied im Bayrischen Städtetag engagiert er sich forstpolitisch, außerdem betreut und berät er sechs verschiedene Jagdgenossenschaften und organisiert hier den Wegebau sowie den Gehölzrückschnitt. Damit nicht genug: Ab April 2021 wird Bartsch zusätzlich Betriebsleiter des rund 1.000 ha großen Waldes der Stadt Königsberg in Bayern. Trotz der sehr umfangreichen Arbeiten und der bereits erreichten Erfolge treiben ihn viele Dinge und visionäre Vorhaben weiter an. Forstamtsrat Christian Bartsch ist voller Tatendrang.

Seine Oma wäre stolz auf ihn.

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