Günter Rauch aus Rosenfeld – Gewinner

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In Kreisläufen denken

Das Forstunternehmen Günter Rauch in Rosenfeld-Bickelsberg besteht eigentlich aus drei Unternehmen. Alle haben sich der Nachhaltigkeit und der Kreislaufwirtschaft verschrieben. Die Firma ist extrem breit aufgestellt und bietet das komplette Spektrum forstlicher Dienstleistungen an. In diesem Jahr starten zudem die ersten Azubis des Unternehmens ihre Lehre.

Angefangen hat Günter Rauch 1982 als Ein-Mann-Betrieb, aus der elterlichen Landwirtschaft heraus. Günter Rauchs erste Maschine war ein MB Trac 1000. Zuvor hatte der Vater schon mit Unimog und Rückepferden gearbeitet. Nur wenige Jahre darauf kaufte Günter Rauch die erste Mini Bruunet. Heute hat er einen Maschinenpark mit unter anderem vier Harvestern und sechs Forwardern. Bestandesbegründung und Waldpflege gehören ebenso zum Firmenportfolio wie Holzernte und Rückung.

Aber Holzernte und Holzrückung allein machen noch keinen Kreislauf aus. Weiter geht es mit Bestandesbegründung und Waldpflege, die Günter Rauch ebenfalls anbietet. Und nicht alle Sortimente, die bei der Holzernte anfallen, lassen sich industriell verwerten. Deshalb haben die Rauchs 2001 die Firma Brennenergie & Transport gegründet, zu der auch das Brennholzzentrum Bickelsberg gehört. Diesen Firmenbereich leitet Günter Rauchs Ehefrau Daniela. Sie vermarktet das Scheitholz und die Hackschnitzel.

Naturenergie Kleiner Heuberg

2006 hatte Günter Rauch die Idee, die Schule in Rosenfeld nachhaltig zu beheizen. Aus dieser Idee entstand die Firma Naturenergie Kleiner Heuberg, die seit 2009 ein Heizkraftwerk in Rosenfeld betreibt. Inzwischen versorgt das über 4 km lange Nahwärmenetz nicht nur die Schule mit Wärme, sondern auch das Rathaus, die Feuerwehr und im Sommer auch das Schwimmbad; dazu kommen einige Gewerbebetriebe und Wohnhäuser.

Günter Rauch liefert die Hackschnitzel für das Heizkraftwerk. Sie kommen aus dem Wald oder aus der Landschaftspflege, ebenfalls ein Bereich der Brennenergie & Transport. Gehackt werden sie von kooperierenden Hacker-Unternehmern.

Günter und Daniela Rauch waren von ihrer Idee so überzeugt, dass sie gleich nach der Idee 2006 123 000 Weidenstecklinge als Kurzumtriebsplantage gesetzt haben. Die Weidenfelder, vor denen übrigens unser Bild entstanden ist, werden alle drei Jahre gemäht. „Die produzieren nicht nur einen nachhaltigen Brennstoff, sondern bieten auch reichlich Deckung für alle möglichen Tiere“, erklärt Günter Rauch den doppelt positiven Effekt der Weiden.

„Am Schluss verwenden wir sogar die Asche wieder“, sagt Daniela Rauch. Die Asche aus dem Heizkraftwerk wird nämlich mit Dolomit gemischt und anschließend für die Waldkalkung verwendet. „So schließt sich der Kreislauf und wir sind wieder im Wald.“

Zufriedene Mitarbeiter

Kein noch so nachhaltiges und überzeugendes Geschäftsmodell lässt sich ohne motivierte Mitarbeiter realisieren. Deshalb tut die Firma Rauch einiges für ihre Mitarbeiter. Das fängt an bei scheinbaren Banalitäten wie Visitenkarten. „Jeder unserer Mitarbeiter hat eine. Damit kann er jedem Waldbesucher zeigen, wer er ist und was er da macht.“ Dazu haben fast alle Mitarbeiter ein Firmenfahrzeug. Es gibt Gesundheitskurse für die Mitarbeiter und gelegentlich eine Betriebsfeier. „Unser langjährigster Mitarbeiter ist seit 25 Jahren bei uns“, sagt Günter Rauch.

Im kommenden Lehrjahr bildet das Unternehmen zum ersten Mal überhaupt aus, drei Azubis. Der nächste Schritt des Unternehmens, soziale Verantwortung zu übernehmen, sagt Daniela Rauch. Die drei Jungen Leute kommen nicht etwa aus der Nachbarschaft, sondern aus dem Sauerland und aus Norddeutschland. Zwei der drei haben das Unternehmen über Instagram gefunden.

„Das zeigt, wie wichtig das Internet ist“, erklärt Günter Rauchs Sohn Maik. „Auch die allermeisten Brennholzkunden finden uns inzwischen online.“ Um alles, was mit dem Außenauftritt der drei Firmen zu tun hat, kümmert Maiks Frau Maria, eine ausgebildete Medienfachfrau. Beide Kinder, Maik und Ramona Rauch, arbeiten im Unternehmen mit und haben ein Forststudium absolviert. Die Nachfolge des Unternehmens ist also gesichert.

 

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