Johanna Busch aus Büdingen

johanna busch aus budingen

Sie ist stolz auf ihren Wald

Seit 2005 Johanna Busch ist aus Büdingen-Calbach in Hessen Besitzerin von knapp 7 ha Wald. Einen Großteil davon haben sie und ihre Familie selbst gepflanzt.

Eine innige Beziehung zum Thema Wald hat die 63-jährige gelernte Verlagskauffrau schon seit jeher. Bereits der Großvater hatte in Ostpreußen 25 ha eigenen Wald. 1976 heiratete Johanna Busch einen Förster aus der hessischen Landesforstverwaltung.

Seit 1992 arbeitet Busch nach einer Fachwart-Ausbildung selbständig als Garten- und Landschaftspflegerin.

Ihre Freizeit füllt die zweifache Mutter und dreifache Großmutter mit Musik, Lesen und Schnitzen mit der Motorsäge (Chainsaw-Carving) aus. Familie Busch wohnt in Büdingen-Calbach in Hessen, etwas außerhalb mit zwei Pferden und drei Deutsch-Kurzhaar-Hündinnen.

Der eigene Wald

Im Jahr 2005 bekamen Johanna Busch unerwartet die Möglichkeit, ein Stück Privatwald mit angrenzendem Grünland zu kaufen. Die Freifläche war bereits als Aufforstungsfläche genehmigt. Es durfte allerdings nicht viel kosten und sollte daher selbst gemacht werden.

Die Baumauswahl war bunt gemischt. Verschiedene Arten an Laubholz, ein bisschen Nadelholz, Waldrandgestaltung mit Vogelschutzgehölzen und einigen Besonderheiten wie Walnuss, Esskastanie, Rosskastanie und Speierling. Der Zaun seinerzeit war gebraucht, nur die Pfosten musste zugekauft werden.

Rückschläge

2007 kam dann Kyrill, der 1 ha 40-jähriger Fichte warf. Ein befreundeter Forstwirt und Kletterer half bei den schwierigen Motorsägearbeiten im Windbruch. Der Sohn und Johanna Busch hatten damals bereits den Waldbauernbrief erworben und Wolfgang Busch als Forstingenieur war sowieso mit den Arbeiten vertraut. Auch den Holzverkauf nahmen sie selbst in die Hand.

Inzwischen ist die Wiederaufforstung gut aufgewachsen. 2020 verursachten Borkenkäfer eine Kalamitätsflächen von rund 0,5 ha. Diese sollen unter Nutzung und Schutz der vorkommenden Naturverjüngung mit passenden Baumarten wieder aufgeforstet werden.

Ebenfalls 2005 pachtete Johanna Busch im Stadtwald Büdingen einen ungenutzten alten Pflanzgarten und legte einen „Weihnachtswald“ an. 2011 konnten dort die erste Veranstaltung durchgeführt werden.

Jagd

Der ökologische Einklang von Wald und Wild ist Johanna Busch wichtig. Dafür braucht man ein gutes Verhältnis zu Jägern und Landwirten. In einem Teil ihres Waldes können ihr Mann und Schwiegersohn auch auf den eigenen Verjüngungsflächen das Rehwild intensiv bejagen, um Schäden zu verhindern. Das Wild wird selbst in der eigenen Wildkammer verwertet.

Mut machen

Für den DEUTSCHER Waldpreis hat sich Johanna Busch beworben, weil sie anderen Kleinprivatwaldbesitzern Mut machen möchte. Sie möchte zeigen, das es sich lohnt, eigene Initiative und Arbeit zu investieren. Das Ergebnis, einen eigenen wunderschönen Wald zu haben sei ganz wichtig.

Von 2005 bis 2019 war Johanna Busch Mitglied der Forstbetriebsvereinigung (FBV) Gedern und engagiert sich seit 2010 in der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Wetterau als Vorstandsmitglied. Auch als Mitglied im Waldbesitzerverband hat sich Johanna Busch seit dem Bekanntwerden der Kartellprobleme für eine Verselbständigung der FBG und ihrer Mitglieder eingesetzt. Ihrer Meinung nach solle man sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für die Lösung von Problemen engagieren, sowie Anregungen aufnehmen und auch geben.

An den Seminaren des Hessischen Waldbesitzerverbandes „Fit für die Zukunft“ hat sie nach eigenen Aussagen mit großem Interesse teilgenommen und viel gelernt.

Bereits seit 2006 ist der kleine Wald PEFC-zertifiziert. Die geschnitzten Schilder für die Abteilungen machen durch die PEFC-Infotafel auch die Waldbesucher darauf aufmerksam.

„Wir werden ‚Unsern Wald‘ erhalten und pflegen und Freude daran haben, auch wenn es viel und harte Arbeit ist. Es lohnt sich immer: Kleine Pflanzen werden große Bäume.“

Es können keine Kommentare abgegeben werden.