Rudolf Frh. von Lerchenfeld aus Immenstadt

rudolf frh von lerchenfeld aus immenstadt

Naturnahe Waldwirtschaft: Wir tun was

Rudolf Freiherr von Lerchenfeld schätzt sich glücklich, sich um diesen wunderschönen Wald im Allgäu kümmern zu dürfen, der schon seit mehreren hundert Jahren in Familienbesitz ist.

Rudi Lerchenfeld, wie er sich selbst nennt, ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Er hat viel von seinem Vater gelernt der jahrzehntelang des Forstamt Sonthofen geleitet hat. Aktuell setzt der Betrieb auf Qualität und baut die stark von der Fichte dominierten Bestände zu einem klimastabileren, ökologisch wertvollen Mischwald um. Priorität hat bei Lerchenfeld die Verjüngung der Flächen mittels Förderung und Pflege der Naturverjüngung.

Jungbestandspflege

Die Jungbestandspflege nimmt bei Lerchenfeld einen hohen Stellenwert ein. Dabei wird in besonderem Maße auf eine naturverjüngungs- und bodenschonende Arbeitsweise gesetzt. Haselnuss, Salweide, Eberesche, Traubenholunder, Birke, Faulbaum und anderes Weichlaubholz zur Bodenverbesserung, Bienenweide und als Ablenkgehölze für Verbiss- und Fegeschäden werden belassen. Erst bei zu starkem Bedrängen der gewünschten Baumarten wird, wo nötig, das Füll- und Treibholz etwas zurückgenommen. Da auf vielen Naturverjüngungsflächen die Buche dominant und stark wüchsig ist, wird dort mittels Freistellen der Fichte, Vogelkirsche und Stieleiche geholfen. Ziel auf den Naturverjüngungsflächen ist ein stabiler, naturnaher Mischwald. Im 2001 erstellten Forstwirtschaftsplan ist das Baumartenverhältnis von Nadel- zu Laubholz noch mit 70 % zu 30 % angegeben. Dieses Verhältnis kehrt sich auf vielen der Naturverjüngungsflächen nahezu um.

Holznutzung und Durchforstung

Die Fichten-Bestände werden konsequent durchforstet. Hier kommen keine Großmaschinen zum Einsatz. Es wird rein in motormanueller Arbeitsweise vorgegangen.

Das Buchenholz wird überwiegend zur Weiterverarbeitung mit einem eigenen Sägespaltautomaten als Brennholz für den Eigenbedarf und den regionalen Verkauf verwendet.

Bei der Endnutzung legt Rudolf Lerchenfeld den Schwerpunkt auf preislich interessante Sortimente wie beispielsweise Mondphasen- oder Langholz. Bei der Vermarktung wird sehr viel Wert auf Regionalität gelegt. Partner in Sachen Holzvermarktung ist die Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu.

Jagd und Reviergestaltung

Die Waldaußenrandbereiche verbleiben grundsätzlich in ihrem natürlichen Aufbau. Es wird versucht, insbesondere Sträucher zu fördern (Habitatverbesserung für Vögel, Reptilien, Insekten). Einem Imker wurde die Möglichkeit gegeben, seine Bienenvölker dauerhaft aufzustellen. 2020 wurde auf 300 m Länge eine Waldrandpflege durchgeführt. Neben einer buchtigen, welligen Ausgestaltung, wurden ergänzend Sträucher, wie Schlehe, Pfaffenhütchen, Gemeiner und Wolliger Schneeball sowie Heckenrosen eingebracht. Auf Holzlagerplätzen soll durch Mahd bzw. Ansaat attraktive Äsung für das Rehwild angeboten werden. An zwei Orten wurden im Herbst 2020 Wildapfel und Wildbirne im Saumbereich gepflanzt.

Hauptwildart auf den Flächen ist das Rehwild. Rotwild ist Wechselwild. Der Forstbetrieb gehört zum Bereich der Jagdgenossenschaft Untermaiselstein. Die Jagd wird in Eigenbewirtschaftung ausgeübt. Durch die enge Abstimmung richtet sich die Jagd somit nach den waldbaulichen Zielen des Eigentümers. Intervalljagd, Schwerpunktbejagung und Jagd nach wildbiologischen Kriterien gewährleisten ein Nebeneinander von Wald und Wild.

Naturschutz

In Wald von Lerchenfeld kommen vier Eulenarten vor. Der Uhu, die Waldohreule und die höhlenbrütenden Arten Wald- und Rauhfußkauz. Dieses Jahr war sogar der seltene Schwarzstorch zu Gast. Einige Bereiche des Reviers können gute Vorkommen der Kreuzotter und des Alpensalamanders vorweisen. Als kleine Sensation kann der Fund mehrerer Exemplare der seltenen Gelbbauchunke gesehen werden.

Ein Großteil der Wald- und Offenlandflächen liegen im Landschaftsschutzgebiet. Zwei starke Eichen am Rand der Ortschaft Rauhenzell wurden als Naturdenkmal ausgewiesen. Seit 2016 nimmt Rudolf Lerchenfeld am Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald) teil. Biotopbäume wie alte, starke Buchen mit Pilzkonsolen, Spaltenquartieren, Spechthöhlen (Schwarzspecht!), Methusalem-Bäume wie Bergahorn und Stieleichen mit BHD von über 100 cm werden konsequent geschont. Auf einer Fläche von ca. 14 ha im FFH-Gebiet Großmoos wird keine Forstwirtschaft betrieben.

Mit Blick in die Zukunft

Rudolf von Lerchenfeld vertritt die Auffassung, dass nachhaltiges Wirtschaften und Schützen sich nicht ausschließen. Vielmehr garantiere es, dass unsere Kinder und Enkelkinder einen vielseitigen artenreichen Wald vorfinden. Für den DEUTSCHEN Waldpreis hat Rudolf Lerchenfeld sich beworben, weil er seine Philosophien und die Liebe zum Wald nach außen tragen möchte.

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