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Preisverleihung
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Uta Krispin

uta krispin

Uta Krispin vor dem historischen Forsthaus Willrode
Foto: M. Jahns

Uta Krispin ist Leiterin des Forstreviers Erfurt des Thüringer Forstamts Erfurt-Willrode. Die engagierte Försterin meistert den Spagat zwischen forstlichem Alltag und vielfältigen Ansprüchen der Waldbesucher. Ihr Motto: „Ich liebe meine Aufgabe und teile meine Begeisterung für den Wald sehr gerne mit meinen Mitmenschen.“ Nun ist Uta Krispin als eine Finalistin für den DEUTSCHEN Waldpreis 2020 in der Kategorie „Förster/-in des Jahres“ nominiert.

Uta Krispin betreut ihr 1.200 ha großes Revier Erfurt seit dem Jahr 2005. Dabei hat sie das forstliche Handwerk von der Pike auf gelernt: als Abgängerin der 10. Klasse zunächst als Forstfacharbeiter/Mechanisator in der damaligen DDR. Nach zweijähriger Arbeit im Wald begann Krispin 1988 ihr Studium in Schwarzburg, somit fiel ihre akademische Ausbildung genau in die Wendezeit. „Dieser Zeitabschnitt war für mich prägend, es ist auch heute noch für mich unglaublich, wie sehr in dieser Zeit alles im Fluss war, was da für eine Dynamik vorherrschte“, so die Försterin, die selber viel von dieser Dynamik austrahlt.

Die junge Forststudentin engagierte sich in studentischen Organisationen, ging auf „Kennlernexkursionen“ in die benachbarten Hochschulen in Göttingen aber auch ins ferne Rottenburg. Diese Engagement ist auch heutzutage für Krispin noch eine Selbstverständlichkeit. Ob im BDF Landesverband Thüringen, im Förderverein für das alte Forsthaus Willrode oder nicht zuletzt als Engagementbotschafterin des Jahres 2020, wofür die 52-jährige Försterin eine Auszeichnung erhielt. Bereits 2010 war sie „Thüringerin des Monats der Thüringer Ehrenamtsstiftung“ – gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Im Förderverein des Forsthauses Willrode organisiert sie zahlreiche Veranstaltungen, Festivals und vieles mehr.

Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Uta Krispin setzt sich besonders für eine bodenschonende Technik ein und nutzt – wo es geht – auch Pferde. Dies ist v. a. im stadtnahen Wald von Bedeutung, wo die Bevölkerung besonderen Anteil an der Arbeit nimmt. „Die absolute Stadtnähe ist schon das Besondere in meinem täglichen Tun, gerade jetzt, in Coronazeiten, merke ich einen enormen Besucherandrang im Wald“, betont die Försterin. Weil sie darauf Rücksicht nimmt, werden bei ungünstiger Witterung auch mal forstliche Maßnahmen abgebrochen. Ihr Wald ist zu 2/3 Staatswald und zu 1/3 Kommunalwald, an Baumarten stocken v. a. Laubhölzer, der Eichenanteil ist mit fast 50 % sehr hoch. Rund 4.500 Fm Holz erntet sie über alle Eigentumsformen nach den Grundsätzen der ANW und den Waldbaurichtlinien von ThüringenForst AöR, „ein buntes Sortiment“, wie sie hervorhebt. Sie zeigt auf die Holzsortimente: „Von Stangenholz über Parkettholz bis hin zu Wertholz, alles ist dabei, auch viel Brennholz.“

Auf wertvolle Mischbaumarten achtet sie besonders, „durch entsprechende Förderung“, wie Krispin deutlich macht. Im Eichenlebensraum probiert sie beispielsweise kleinflächig neue Verfahren aus, um diese Baumart stärker zu fördern. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde, „einzelne Maßnahmen stimme ich mit der UNB ab, hier besteht ein enger Kontakt“, so die Försterin. Auch im Naturschutzbeirat der Stadt Erfurt ist sie aktiv. In einigen Schutzgebieten wird der Altbaumbestand hoch gehalten. In den FFH-Gebieten – fast das ganze Revier steht unter Schutz – fördert sie Fledermäuse und Spechtarten durch das Belassen von Habitatbäumen sowie durch künstliche Nisthilfen.

Den Wald den Menschen näherbringen

Die Försterin will den Wald und die Forstwirtschaft – die Arbeit der Forstleute – den Menschen zeigen und nahebringen. Sie möchte Verständnis erzeugen und Wissen vermitteln, möchte Staunen hervorrufen, Lächeln und glänzende Augen – werktags und am Wochenende. Lächeln tut die Mutter von drei Kindern dabei selbst häufig.

In zahlreichen Formaten und mit vielen Partnern (Stadtverwaltung Erfurt, Naturschutzbehörde, Kirche, FH Erfurt, Uni Erfurt, soziale Träger, Künstler/-innen) führt Krispin Führungen durch, ist an Kurzfilmwanderungen beteiligt, zeigt ihre Arbeit und den Wald vor, während und nach Pflegemaßnahmen, informiert vorbildlich durch Aushänge, Umleitungsschilder usw. Nicht zuletzt betreut Uta Krispin ein Lehrrevier der Forst-FH Erfurt, wo zahlreiche Lehrveranstaltungen stattfinden. Weiterhin organisiert sie studentische Jagden bzw. beteiligt Studierende an der Jagdausübung. „Ich feue mich über die vielen jungen Leute, dazu zählen ja auch zahlreiche Praktikanten aus Schule und Studium.“

Wildgut-Wildladen

Ein wichtiges weiteres Betätigungsfeld von Uta Krispin ist der Wildgut-Wildladen des Forstamts Erfurt-Willrode. Ihr obliegt die Logistik der Wildlieferungen aus den benachbarten Forstämtern sowie die Verarbeitung mit mehreren Vertragspartnern. Von gutem, gesunden Wildfleisch über Marmelade, Honig bis hin zu Senf gibt es viele leckere Dinge. Krispin: „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Produkten und einer verbesserten Wertschöpfung.“ Dass sie hier ein gutes Händchen hat, liegt sicher auch daran, dass die Hobbylandwirtin auf viel Erfahrung in ihrem eigenen großen Garten zurückgreifen kann. Auch die Organisation von Wildkochkursen und andere Formaten läuft sehr erfolgreich.

Waldpädagogik

Uta Krispin brennt für die Waldpädagogik: „Ich bin im Netzwerk Waldpädagogik von ThüringenForst seit Jahren aktiv, im BDF Arbeitskreis Waldpädagogik sowie bei der SDW.“ Dabei führt sie regelmäßig Gruppen verschiedenen Alters – Kindergärten, Schulen, Studierende, Senioren und sonstige Erwachsenengruppen – durch den Wald. „Neue Trends interessieren mich, zuletzt war ich auf einer Fortbildung zum Thema Waldbaden.“ Aber auch Klassiker wie Märchenwanderungen mit einer Märchenerzählerin oder die Waldjugendspiele in ihrem Forstamt bietet sie an. Sie arbeitet eng mit einer städtischen Umweltbildungseinrichtung zusammen und ist Teil der Waldpädagogikzertifikatsausbildung der FH Erfurt. Mit sozialen Trägern führt die Försterin mit deren Klientel regelmäßig Walderfahrungskurse durch. Krispin strahlt: „Ich freue mich, dass ich mit der Nominierung zum DEUTSCHEN Waldpreis auf die Belange der Förster im stadtnahen Wald aufmerksam machen kann. Ich sehe meinen Beruf als Berufung. Wir im Forst können viel bewirken.“

Onlinevoting

Stimmen Sie online mit ab: Ab dem 1. Juni können Sie unter www.deutscher-waldpreis.de einem der drei Finalisten des DEUTSCHEN Waldpreises in allen Kategorien Ihre Stimme geben.

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